• Chaos im Kopf
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    Warum viele Schüler mit der Rechtschreibung auf Kriegsfuß stehen, ist mir im Laufe der letzten Jahre klargeworden. Es herrscht Chaos im Kopf. Sie kennen nur einige wenige Regeln, und die nur rudimentär. Zum Beispiel wissen sie, dass Nomen einen Artikel haben, und schreiben dann „die Schöne blume.“ Schließlich steht vor “schöne“ ein Artikel. Dass Vokale sowohl kurz als auch gedehnt vorkommen, und dass das bei der Rechtschreibung - für Beispiel aus meiner Rechtschreibförderung hier klicken - zu beachten ist, wissen sie nicht. In der Schule war das bestimmt dran, aber es blieb nicht haften. Hinzu kommt, dass das Handwerkszeug der Schule, das Schreiben, oft nicht beherrscht wird und einen großen Teil der Konzentration abverlangt. Ein Wort zehnmal zu schreiben, damit man sich die richtige Schreibweise einprägt, nutzt hier gar nichts. Die Frage, wie man ein Wort richtig schreibt, stellt sich nur dann, wenn man bereits Strukturen zur Rechtscheibung verinnerlicht hat.

    Ich habe während der Ferien meine Rechtschreibförderung überarbeitet. Die einzelnen Themen sind so aufbereitet, dass sie sowohl für die Einzelförderung als auch für einen Kurs geeignet sind.

    Geschrieben am Montag, 04 September 2017 06:00 weiterlesen...

Beim Qualifizierenden Hauptschulabschluss 2016 hat das Kultusministerium das Diktat abgeschafft. Das heißt, dass man sich dort sehr wohl der immer schlechter werdenden Rechtschreibleistungen bewusst ist, die übrigens bei allen Schularten registriert werden. Und das nicht erst seit gestern. Wann aber tut man etwas dafür, dass die Rechtschreibleistungen wieder besser werden?

Ich habe mir überlegt, wie den Schülern bei der Rechtschreibung wirkungsvoll geholfen werden kann. Ich konnte inzwischen feststellen, dass den Schülern die Rechtschreibung mit meinen Übungen am PC sogar Spaß macht. Es konnten auch deutliche Verbesserungen erzielt werden.

Ich möchte Eltern und Trainern davon überzeugen, neben der Leseförderung sich auch bei der nicht so sehr geliebten Rechtschreibförderung zu engagieren. Mein Konzept soll eine Stimulation für dieses wichtige, aber notleidende Thema werden, denn gut lesen zu können, macht noch keine gute Deutschnote. Bei der Rechtschreibung haben viele Schüler Chaos im Kopf. Sie haben nicht die geringste Vorstellung einer Struktur oder von Regeln. Wie können wir diesen Schülern helfen? Viele Trainer trauen sich an dieses Gebiet, auf dem sich seit ihrer Schulzeit viel geändert hat, nicht heran. Soll man eines der vielen verfügbaren kommerziellen Programme kaufen? Ich habe mich entschieden, mein eigenes Rechtschreibförderprogramm zu erstellen, das den Trainern und Eltern, da ehrenamtlich erstellt, kostenlos zur Verfügung steht. Dabei habe ich die gleichen Grundsätze wie bei der Leseförderung angelegt. Motivieren, das ist die Aufgabe des Trainers, aber die Übungen müssen auch dazu beitragen. Vereinfachen, die Erläuterungen erfolgen in ganz kleinen Schritten und interaktiv. Wiederholen, wobei dies in Varianten geschieht. Und schließlich vertiefen, also den Schwierigkeitsgrad steigern. Details dazu siehe unten. Fachlich beraten und unterstützt wurde ich von der Beratungsrektorin Ute Eberlein, Pestalozzi-Mittelschule Oberasbach, und Meike Wenzl, Rektorin an der Grundschule Altenberg, Oberasbach, sowie von der Beratungslehrerin Katrin Neuerer, Mittelschule Zirndorf.

Aufbau: Die Reihenfolge kann der Rechtschreibthemen kann der Trainer frei wählen. Ich habe mich an dem orientiert, was ich bisher in der Praxis an Erfahrung gewinnen konnte. Der Übersichtlichkeit gibt es zwei Teile, jeweils für die Grund- und die Weiterführenden Schulen.

Weiterführende Schulen, Teil 1: Vokale und Silben, Text- und Satzanfang, Nomen, Substantivierte Verben, Substantivierte Adjektive, Persönliche Anrede, Mitlautverdoppelung, Teil 2: Das oder dass, sp und st, Auslautverhärtung, ä oder e, Eszett, Vokaldehnungen, f-v.w, getrennt oder zusammen, Substantivierungen von Dudens Gnaden, Zeitangaben, lautgetreue Wörter. Es gibt einen Ordner für Lehrer bzw. Trainer und einen für die Schüler. Der Ordner für die Lehrer enthält die Dateien, die auch in einem LRS-Kurs mit Beamer eingesetzt werden können. Zum Drucken gibt es Blätter für die Schüler als Merkhilfe und zum Schreiben der Lernzieldiktate (nur die Wörter, auf die es im jeweiligen Kapitel ankommt, werden geschrieben) sowie Diktatvorlagen und Wandbilder für die Lehrer. Der Ordner für die Schüler enthält Übungen zu den einzelnen Themen, die die Schüler im Kurs auch selbständig bearbeiten können, wobei manchmal auch Tondateien verwendet werden. Natürlich könnten auch diese Dateien in einem Kurs gemeinsam bearbeitet werden, wobei allerdings bei der Schriftgröße nicht immer darauf geachtet wurde. Bei der Einzelförderung geht der Trainer alle Dateien, die aus dem Lehrer- und aus dem Schülerordner gemeinsam mit dem Schüler durch.

Zum Schreiben der Lernzieldiktate sind im Lehrerordner für jede dort vorkommende Übung vorbereitete Seiten enthalten. Natürlich können auch neutrale Übungsblätter eingesetzt werden. Die für die Schüler ausgedruckten und von ihnen beschrifteten Seiten könnten in Schnellheftern von den Schülern aufbewahrt werden.

Die Leseförderung für die Weiterführenden Schulen ist kein "Aufbaukurs". Deshalb sind viele Lerneinheiten mit denen im Ordner Grundschule weitgehend identisch. Lediglich der Wortschatz und der Schwierigkeitsgard sind weitergehend.

Grundschule: Das Konzept ist identisch mit dem für die Weiterführenden Schulen. Lediglich beim Wortschatz gibt es Einschränkunen und einige Rechtschreibthemen, die in der Grundschule noch keine Rolle spielen, fehlen. Die Nummerierung der Dateien blieb gleich, weshalb einige Lücken entstanden sind.

Die Dateien laufen mit einer Vollversion von MS PowerPoint (notwendig, weil ich mit Makros arbeite). Ton sollte vorhanden sein. Eine Registrierung (kostenlos) ist erforderlich. Bitte dabei auch den Haken bei "Rechtscheibförderung freischalten" setzen, da die Rechtschreibübungen nicht in der Freischaltung Trainer/Eltern/Lehrer enthalten ist. Einige wenige Dateien habe ich allerdings generell freigeschaltet, um über das Konzept beispielhaft zu informieren.

Grundsätze meines Konzeptes zur Rechtschreibförderung:

• Probleme vereinfachen – in kleinen Schritten vorgehen
• Einleuchtende Beispiele – Aha-Erlebnisse schaffen
• Computer einsetzen – die Affinität zu diesem Medium nutzen
• Viele Wiederholungen (in Variationen) – Automatisierung anstreben
• Schreiben lernt man nur durch Schreiben – nicht nur klicken, der Schüler soll Lernwörter bei Lernzieldiktaten schreiben und das Gelernte in ein Kompetenzbuch mit Übungen selbst schreiben
• Konzentration auf die richtige Schreibweise – Rechtschreibstrategien nicht Basis sondern Hilfe im Notfall
• Den Fortschritt dokumentieren – der Schüler führt handschriftlich ein Kompetenzbuch (Lernlogbuch)
• Individualisierung durch offenes System – PowerPoint-Standard, Änderungen durch Trainer möglich
• Auch als Unterrichtsergänzung einsetzbar, freie Auswahl der Kapitel nach Bedarf
• Eltern- Trainer- oder auch Lehrerunterstützung – motivierende Begleitung durch eine Bezugsperson
• Schüler sollen einzelne Übungen auch alleine machen können – der Trainer entscheidet
• Konzentration auf die wichtigsten Punkte – Kein Anspruch auf Vollständigkeit

Über einen Erfahrungsaustausch, über Kritik und Anregungen würde ich mich freuen.
Oberasbach, 10. September 2016, ergänzt am 29. August 2017 – Siegbert Rudolph

Aus der Lesekoch-Praxis ...

Landkreis Fürth ist Bildungsregion

Bildungsregeion kl

Unserem Landrat Matthias Dießl wurde die Urkunde mit der Bezeichnung "Bildungsregion" von Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle überreicht. Ich konnte Dank der Unterstützung der Rektorinnen Frau Wenzl und Frau Wilhelm mit dem Projekt Grundschulpower einen kleinen Beitrag leisten. Foto: Roland Beck

Leseförderungsprojekt im 5. Jahr

Pestalozzi GS 2016 1k Gute Laune herrschte bei Lehrern, Eltern, Schülern und Lesepaten bei der Weihnachtsfeier in der Pestalozzi-GrundschulPestalozzi GS 2016 2ke  Oberasbach. Das Projekt läuft jetzt erfolgreich im 5. Jahr und wird von Mirjam Lang (im Bild links) und Frau Wiendl koordiniert. Alle sind zufrieden und wollen weitermachen. Als Initiator freue ich mich und bin dankbar für die Untersützung. So macht Leseförderung Freude!

Elternabende zur Leseförderung

Veitsbronn Elternabend KopieSehr gut besucht war der Elternabend in Veitsbronn. Der Elternbeirat und der Förderverein haben die Veranstaltung organisiert. Das Interesse der Eltern zeigte sich auch in einer lebhaften Diskussion. Die Besucher und die Schulleitung haben sich lobend über den Abend geäußert. Elternabende zur Leseförderung führen wir mit allen Schularten zusammen mit den Schulleitungen auf Anfrage durch.

Lese-Hörbuch für die 1. und 2. Klasse

Vroni Dinxbünxe neu P1010251Vroni Priesner alias Vera C. Koin liest ein Kapitel Ihres neuen Buchs mit kurzen, spannenden Kapiteln und kurzen Sätzen für ein neues Lese-Hörbuch ein. „Dinxbünxe“ eignet sich sehr gut zum Üben für die erste Klasse ab dem zweiten Halbjahr und auch für die zweite Klasse. Edinxbuenxein Kapitel jeden Abend mit den Übungen, die auch mit Ton unterstützt sind, lässt sich zeitlich leicht unterbringen. Auch für die Ferien ist dieses Lese-Hörbuch eine gute Übungsmöglichkeit. Mit der Leseprobe können Sie das Konzept ausprobieren.

Schüler trainieren Schüler

Mittelschule Zirndorf Schülert k P1010237Ein beispielhaftes Projekt läuft an der Mittelschule Zirndorf. Schüler trainieren Schüler mit dem Lesekoch-System. Das Bild zeigt die Trainer des ersten Durchlaufs. Die Schüler freuen sich, ihren jüngeren  Mitschülern helfen zu können, die Lesefertigkeit zu verbessern. Die zweite von rechts ist Frau Friedmann, die das Projekt an der Mittelschule Zirndorf koordiniert. Solche Projekte laufen an Mittel- und Realschulen. Bei Interesse bitte melden.

Kindheitserinnerungen mit Lese- und Wortschatzübungen

Oma Grete

Grete Gringmuth erzählt als Oma Grete von ihrer Kindheit. Es sind Erlebnisse aus dem Nachkriegsdeutschland. Der Text und die Übungen dazu sind für alle Altersgruppen geeignet. Der Ton, gesprochen von Grete Gringmuth, ermöglicht eine Lesekontrolle durch die Lernenden selbst. Mit diesem Lese-Hörbuch sollenSiegbert Passbild 20150522k Schüler, aber auch Eltern unterstützt werden. Eine Version für Menschen mit Migrationshintergrund mit zusätzlichen Worterklärungen und Wortschatzübungen steht jetzt auch zur Verfügung. Wir wünschen allen Spaß, Freude und Erfolg beim Üben. - Grete Gringmuth und Siegbert Rudolph 

"Alle guten Worte dieser Welt stehen in Büchern."

Chinesisches Sprichwort, gehört von Dr. Birgit Kreß, Erste Bürgermeisterin Markt Erlbach

Von Kindheit an war ich ein Freund des Lesens, und das bisschen Geld, das mir in die Hände kam, wurde für gute Bücher ausgegeben.
Benjamin Franklin

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