• Dauerbrenner Leseschwierigkeiten
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    Sie nehmen kein Ende, die Artikel über dieses Problem. Jetzt wurde festgestellt, dass fast jeder fünfte Viertklässler nicht richtig lesen kann (Iglu-Studie 2016: 18,9 %). Das ist der höchste Wert, den ich in den 9 Jahren, in denen ich mich mit der Leseförderung beschäftige, gelesen habe. Es gibt viele Ursachen, aber nur ein Umstand verhindert eine Verbesserung: die Politik! Dort werden gern die Phrasen von der Bildungsrepublik und den Bildungschancen für alle gedroschen, aber kein Geld dafür in die Hand genommen. Größere Beträge werden nur genannt (leider von der nicht zuständigen Bundesbehörde), wenn es um die Digitalisierung der Schulen geht. ...

    Geschrieben am Freitag, 08 Dezember 2017 13:22 weiterlesen...

Maria-Anna Schulze Brüning, Stephan Clauss – Wer nicht schreibt, bleibt dumm – Warum unsere Kinder ohne Handschrift das Denken verlernen – Piper Verlag 2017

Wer sich wundert, warum so viele Schüler heute eine unsichere bzw. schlechte Handschrift haben, der weiß warum, wenn er dieses Buch gelesen hat. Es ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Handschrift, verständlich argumentiert und mit guten Beispielen belegt. Als Lese- und Rechtschreibtrainer spricht mir die Autorin aus der Seele. Es wird deutlich, dass es nicht nur um ein ästhetisches Problem geht. „Es geht um ein fehlendes Fundament des Lernens.“ Wer wissen will, warum die Handschrift heute so gering geschätzt wird, der erfährt es hier. Es ist die Reformpädagogik, die meint, es den Schülern durch Vereinfachen immer leichter zu machen, um dadurch schneller Ergebnisse zu erzielen. Übersehen wird dabei, dass man den zweiten Schritt nicht vor dem ersten tun sollte. Wer mit der Druckschrift beginnt, wird kaum eine eigene Handschrift entwickeln, wenn die Druckschrift als Erstschrift bereits automatisiert wurde. Es ist erschreckend zu sehen, wie mit wissenschaftlichen Begründungen elementare Fehler gemacht wurden, die alleine mit gesundem Menschenverstand erkannt werden können, die von der Schuladministration aber blind übernommen werden, weil sie Einsparungen versprechen. Kein Wunder, dass Jürgen Reichen in diesem Zusammenhang mehrfach zitiert wird. Wer am Anfang des Bildungsprozesses glaubt, den zweiten Schritt vor dem ersten machen zu können, wie z.B. Jürgen Reichen (Buchbesprechung) beim Schriftspracherwerb, der schadet den Kindern. Die Autorin entzaubert z.B. die Auffassung von Burkhardt Spinnen, der die Handschrift wie einen Pferdewagen in der rush hour vergleicht, wie folgt: "Die Handschrift spielt in unserer alltäglichen Kommunikation ... kaum noch eine Rolle. Das ist unbestritten. Und niemand will handgeschriebene Briefe wieder an die Stelle von E-Mails ... setzen. Eine ganz andere Frage jedoch lautet: Welche Rolle spielt die Handschrift im Schriftspracherwerb des Kindes? Um im Bild des Pferdewagens zu bleiben: Es hat seine guten Gründe, dass Kinder sich noch nicht selbst auf der Straße bewegen und ein Auto lenken, sondern eher im Tempo eines Pferdewagens unterwegs sind - mit dem Roller, dem Fahrrad, mit Inlinern. Und dass sie zuerst Laufen lernen, bevor sie auf ein Bobbycar steigen."

"Die Handschrift ist das Werkzeug der Schule." Dieser Satz zeigt worauf es ankommt. Jeder Handwerksmeister achtet darauf, dass er gutes Werkzeug hat und dass seine Gesellen im Gebrauch dieser Werkzeuge geübt sind. Die Reformpädagogik meint, in der Schul gelte das nicht. "Das systematische Üben ist aus der Mode gekommen.", stellt die Autorin fest, der Handschrifterwerb soll quasi nebenher erfolgen. Wenn es lange genug egal ist, wie man schreibt, und eine Art Lautschrift ausreicht, kann das nicht ohne Folgen bleiben. Und die zeigen sich u.a. in der Rechtschreibleistung. Zitiert wird dazu eine Studie, die zeigt, dass 1972 im Schnitt bei 100 Wörtern 7 Fehler gemacht wurden, im Jahr 2012 aber schon 17. Bei mir nährt das den Verdacht, den ich in meinen Blogbeiträgen (Legasthenie-'Streiflichter) schon früher geäußert habe, dass die Rechtschreibstörung hausgemacht ist. Nicht das Kind kann etwas dafür, die Lehre ist die Verursacherin.

Die Autorin räumt auch mit der oft beschworenen Selbstorganisation des Kindes beim Lernen auf. „Kinder brauchen einen Lehrer, strukturierte Anleitung und sehr viel Übung. Wer glaubt, das ersparen zu können, riskiert Verluste in der Substanz.“ Und diesen Verlust sehen wir täglich! Mein Fazit: Ein interessantes, kurzweiliges und verständliches Buch, das nicht nur die Probleme benennt, sondern auch sagt, was getan werden müsste. Gefallen haben mir auch die Beispiele, die zeigen, dass man auch in weiterführenden Schulen seine Handschrift noch verbessern kann.

Aus der Lesekoch-Praxis ...

Schüler trainieren Schüler

MS Zirndorf Schülertrainer KopieWenn es in den Schulein einen Kümmer gibt, dann ist vieles möglich. Das Leseförderungs-projekt "Schüler trainieren Schüler" an der Mittelschule in Zirndorf geht dank des Einsatzes einer engagierten Lehrerin in die nächste Runde. Das Bild stammt von der heutigen Schulung (Nov. 2017). Solche Projekte, mit denen die Lesefertigkeit effektiv gesteigert werden kann, wären an allen Schulen möglich. Bei Interesse bitte melden.

Lesepatentreffen im Landkreis Fürth

Lesepatentreffen 1 KopieLesepatentreffen 2 Kopie

Das Lesepatentreffen im Landkreis Fürth am 20. 10. 2017 in der Schule in Wintersdorf zusammen mit der Freiwilligenagentur Zirndorf kam gut an. Start einer Serie! Ich konnte über Neuerungen in meinem Lese- und Rechtschreibförderungs-programm berichten. Im Bild links die Mitreferentinnen, Seminarrektorin Frau Bauer und Grundschullehrerin Frau Sailer, die den Teilnehmern erläuterten, wie die Kinder heute in der Schule das Lesen lernen. (Bilder: Sigrun Seifert)

Leseförderungsprojekt im 5. Jahr

Pestalozzi GS 2016 1k Gute Laune herrschte bei Lehrern, Eltern, Schülern und Lesepaten bei der Weihnachtsfeier in der Pestalozzi-GrundschulPestalozzi GS 2016 2ke  Oberasbach. Das Projekt läuft jetzt erfolgreich im 5. Jahr und wird von Mirjam Lang (im Bild links) und Frau Wiendl koordiniert. Alle sind zufrieden und wollen weitermachen. Als Initiator freue ich mich und bin dankbar für die Untersützung. So macht Leseförderung Freude!

Landkreis Fürth ist Bildungsregion

Bildungsregeion kl

Unserem Landrat Matthias Dießl wurde die Urkunde mit der Bezeichnung "Bildungsregion" von Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle überreicht. Ich konnte Dank der Unterstützung der Rektorinnen Frau Wenzl und Frau Wilhelm mit dem Projekt Grundschulpower einen kleinen Beitrag leisten. Foto: Roland Beck

Elternabende zur Leseförderung

Veitsbronn Elternabend KopieSehr gut besucht war der Elternabend in Veitsbronn. Der Elternbeirat und der Förderverein haben die Veranstaltung organisiert. Das Interesse der Eltern zeigte sich auch in einer lebhaften Diskussion. Die Besucher und die Schulleitung haben sich lobend über den Abend geäußert. Elternabende zur Leseförderung führen wir mit allen Schularten zusammen mit den Schulleitungen auf Anfrage durch.

Lese-Hörbuch für die 1. und 2. Klasse

Vroni Dinxbünxe neu P1010251Vroni Priesner alias Vera C. Koin liest ein Kapitel Ihres neuen Buchs mit kurzen, spannenden Kapiteln und kurzen Sätzen für ein neues Lese-Hörbuch ein. „Dinxbünxe“ eignet sich sehr gut zum Üben für die erste Klasse ab dem zweiten Halbjahr und auch für die zweite Klasse. Edinxbuenxein Kapitel jeden Abend mit den Übungen, die auch mit Ton unterstützt sind, lässt sich zeitlich leicht unterbringen. Auch für die Ferien ist dieses Lese-Hörbuch eine gute Übungsmöglichkeit. Mit der Leseprobe können Sie das Konzept ausprobieren.

Kindheitserinnerungen mit Lese- und Wortschatzübungen

Oma Grete

Grete Gringmuth erzählt als Oma Grete von ihrer Kindheit. Es sind Erlebnisse aus dem Nachkriegsdeutschland. Der Text und die Übungen dazu sind für alle Altersgruppen geeignet. Der Ton, gesprochen von Grete Gringmuth, ermöglicht eine Lesekontrolle durch die Lernenden selbst. Mit diesem Lese-Hörbuch sollenSiegbert Passbild 20150522k Schüler, aber auch Eltern unterstützt werden. Eine Version für Menschen mit Migrationshintergrund mit zusätzlichen Worterklärungen und Wortschatzübungen steht jetzt auch zur Verfügung. Wir wünschen allen Spaß, Freude und Erfolg beim Üben. - Grete Gringmuth und Siegbert Rudolph 

"Es wäre gut, Bücher zu kaufen, wenn man die Zeit, sie zu lesen, mitkaufen könnte."
Arthur Schopenhauer

"Es gibt nichts Schöneres, als ein Buch aufzuschlagen und in eine Geschichte einzutauchen. Bücher lesen heißt wandern gehen." Vera C. Koin

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