Der Lesekoch-Blog

Dienstag, 26 Februar 2013 15:11

Auf Sand gebaut: "Schwer zu entziffern"

geschrieben von 

In den Fürther Nachrichten vom 26. Februar 2013 wird berichtet, dass Schulen den "Verfall" der Handschrift beklagen. Zum Schluss wird dann von offizieller Seite auch noch festgestellt: "Leseschwäche und ein verkürzter Satzbau sind ebenfalls Teil dieses schleichenden Prozesses."

"Schleichend" ist aus meiner Sicht eine verharmlosende Formulierung. Ich denke, es geht in Richtung "galoppierend". Es ist wie bei einem Haus, das auf Sand gebaut wird. Das Fundament steht schnell, aber das, was darauf aufgebaut wird, steht auf unsicherer Basis.

Es heißt, dass die Abschaffung des Faches "Schönschrift" den Verfall des Schriftbildes noch beschleunigt habe. Als Quereinsteiger wundere ich mich nur darüber, dass man dazu „Experten" bemühen muss. Dass weniger geschrieben wird, das hat zudem negative Auswirkungen auf die Lesekompetenz, denn Schreiben ist für das Lernen und Behalten außerordentlich wichtig. Da darf nicht gespart werden. "Üben, üben, üben", dieser Grundsatz von Frau Professor Renate Valtin wird immer gelten. Alle Sportler und Künstler wissen, was passiert, wenn sie nicht üben. In der Bildungspolitik müsste man das spätestens jetzt auch erkennen. Die Wissenschaft hebt schon mal den Zeigefinger: In den Fürther Nachrichten vom 2. Juli 2012 wird der Würzburger Professor Andreas Dörpinghaus zitiert. "Zeitdruck und Hetze sind genau das Gegenteil von Bildung".

Beim Bau des Fundaments für die Bildung darf man weder sparen noch hetzen. Mit dem Projekt "Lesekoch" investiere ich zusammen mit anderen Menschen Kreativität, Geduld und Zeit, um Schülern, die meist Opfer dieser Bildungshetze sind, wenigstens die notwendige Lesekompetenz zu vermitteln. Eine lohnende Aufgabe, die viel Freude bereitet. Bei dieser Gelegenheit danke ich allen, die mich dabei unterstützen, und beim Projekt Lesekoch mitmachen. Über weitere Mitmacher würde ich mich freuen.

„Lesen ist der Schlüssel zu allem", und dieser Schlüssel sollte passen!

Schreibe einen Kommentar

Bitte füllen Sie alle Pflichtfelder aus (*).

Lest nicht wie die Kinder, zum Vergnügen, noch wie die Streber, um zu lernen, nein, lest, um zu leben.

Gustave Flaubert

Von Kindheit an war ich ein Freund des Lesens, und das bisschen Geld, das mir in die Hände kam, wurde für gute Bücher ausgegeben.
Benjamin Franklin

© 2011 Siegbert Rudolph, realisiert durch PIXELMECHANICS | Webproduktion