Der Lesekoch-Blog

Montag, 12 Mai 2014 14:09

Dyskalkulierer oder Dyskalkulierte

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Das Einmaleins erlernt man durch Üben. Dafür muss man die Wissenschaft nicht bemühen. Aber die Wissenschaft fand heraus, wie das Gehirn von Dyskalkulierern, also schlechten Rechnern, und guten Rechnern arbeitet.

Bei Dyskalkulie wird der Vorgang - ich vereinfache die Fachbegriffe - mehr in einem vorderen Teil des Gehirns erledigt, in dem allgemeine, nicht spezialisierte Problemstellungen abgearbeitet werden. Bei guten Rechnern wird ein spezialisierter Bereich im Gehirn viel stärker herangezogen. Man ruft aus diesem Gehirnareal Faktenwissen ab. Ein Dyskalkulierer rechnet z.B. 7 x 8 jedes Mal neu aus. Ein guter Rechner ruft das Ergebnis einfach ab. Professor Daniel Ansari berichtete über einen Test, bei denen die Probanten die Aufgaben vorher trainieren mussten. Und siehe da, der für spezielle Aufgaben zuständige Bereich im Gehirn wurde stärker involviert. Das lässt den Schluss zu, dass gezielte Übungen helfen, die Rechenschwäche zu überwinden. Aber man muss auch die Angst vor dem Rechnen abbauen. Die Kinder "machen zu", wenn sie schon das Wort hören. Motivation ist deshalb angesagt, und Einfühlungsvermögen. Schlusssatz von Karin Kucian in ihrem Vortrag: "Gezieltes Training hilft." Vorher informierte sie noch darüber, dass Dyskalkulie zu 32 Prozent durch die Gene und zu 68 Prozent durch das soziale Umfeld bedingt ist. Wir sind wieder bei den unbedingt notwendigen Fördermaßnahmen, die den Kindern, die sich schwerer tun und länger brauchen, helfen können.

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Lesen ist für den Geist, was Gymnastik für den Körper ist.

Joseph Addison, 1672 - 1719

 

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