Der Lesekoch-Blog

Donnerstag, 19 Juni 2014 14:12

Gibt es bei der Legasthenie typische Fehler?

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„Typische Fehler gibt es bei der Legasthenie nicht“, so war vor kurzem eine Veröffentlichung im Internet überschrieben. Ich sehe das anders. Jeder Legastheniker oder LRS-Schüler macht den gleichen Fehler. Es wird nicht gelesen,...

... sondern geraten oder spekuliert. Die hörbaren Fehler sind dann allerdings wirklich bei jedem Schüler anders. Bei manchen Schülern hört man beim oberflächlichen Zuhören überhaupt keine Fehler. Erst wenn man sieht, was geschrieben steht, sieht man die Lesefehler. Es werden Wörter ausgelassen oder angepasst. Ein schönes Beispiel: Einer meiner Schüler las den Satz „Der Häuptling senkte sein Haupt.“, wie folgt: „Der Häuptling senkte seinen Kopf.“ Solche Fehler kann man auch bei Lesewettbewerben feststellen, bei denen nur die besten Schüler einer Klasse antreten. In der Grundschule, wo die Texte noch einfacher sind, fallen solche Schwierigkeiten manchmal gar nicht auf. Die Stunde der Wahrheit kommt dann, wenn die Texte anspruchsvoller werden.
Durch viel Lesen wird diese Ratetechnik nicht beseitigt. Die falsche Lesegewohnheit muss abgelegt werden. Dazu brauchen die Schüler Menschen, die ihnen dabei helfen. In der Klasse kann das kaum geschehen. Die Klassen sind zu groß. Zu Hause besteht oft nicht mehr die Möglichkeit. Ehrenamtliche Hilfe ist gefragt. Trainiert werden muss das langsame und genaue Lesen. Wichtig ist, dass den Schülern, die auf diese Technik kommen, weil sie einfach schneller lesen wollen, rechtzeitig geholfen wird. Am besten, wenn die ersten derartigen Fehler festzustellen sind. Motto: Langsam und genau lesen ist wichtiger als schnell und ungenau. Die Geschwindigkeit kommt später durch mehr Übung automatisch.

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