Der Lesekoch-Blog

Donnerstag, 25 Februar 2016 14:21

Leseschwach ins Studium - Legasthenie im Trend

geschrieben von 

Mir ist das schon lange klar, was dieser Hochschulprofessor bezüglich der Lesefertigkeit seiner Studenten feststellt:

„Klage eines Hochschullehrers
Studienanfänger – leseschwach und verantwortungsscheu
Ein Professor lässt Frust ab: Warum sind Studenten so mutlos und verzweifelt, wenn es Widerstände gibt? Und wo sind Neugier und Abenteuerlust geblieben?" Dieses Zitat stammt aus der FAZ-NET vom 24.02.2016, von Bernd Beuscher.

Es stimmt etwas nicht mit der Entwicklung der Lesekompetenz in unserem Land. In meiner Berufslaufbahn ist mir schon aufgefallen, dass es immer mehr junge Leute gibt, die die Rechtschreibung und die Grammatik nicht beherrschen. Jetzt sehe ich, dass auch die Leseleistungen schwächer werden. In Vorlesewettbewerben sind immer öfter, auch von den besten Lesern, Lesefehler zu hören. Wer nicht nur zuhört, sondern den Text mitliest, erkennt, dass der Text manchmal auf jeder Seite zwei bis dreimal verändert wird. Lehrer weiterführender Schulen klagen über die Leseunlust ihrer Schüler. Vor ein paar Tagen habe ich die Lesefertigkeit eines zu fördernden Sechstklässlers getestet, der mich zunächst angenehm verblüffte. Er las zügig, sogar schnell, und fast fehlerfrei. Ich hatte allerdings einen einfachen Text ausgewählt. Als ich ihm dann Überschriften aus der Tageszeitung lesen lies, kam seine Leseschwäche deutlich zum Vorschein. Wörter mit mehr als drei Silben und Fremdwörter waren von ihm nicht zu knacken. Der zitierte Professor spricht von Mutlosigkeit bei Widerständen. Auch beim Lesen sind Widerstände zu überwinden, und zwar in Form von schwierigen Wörtern und Satzkonstruktionen. Wer sich nicht plagt, verbessert sich nicht. Der erwähnte Schüler will sich anstrengen. Aber er braucht Zuwendung und Motivation, damit er dabeibleibt. In diesem konkreten Fall geschieht das im Rahmen eines Projektes „Schüler trainieren Schüler.“

Die Grundschulen müssen den Kindern das Lesen beibringen. Sie müssen immer mehr gesellschaftliche Probleme auffangen. Die Grundschulen brauchen deshalb entweder mehr Zeit für den Leselernprozess oder mehr externe Unterstützung. Das wären wirkungsvolle Maßnahmen gegen die grassierende Leseschwäche, die immer öfter auch als Legasthenie bescheinigt wird. Die Klage des Professors, der den Artikels in der FAZ-NET verfasst hat, ist schließlich auch nicht die erste dieser Art.

 

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Lesen ist für den Geist, was Gymnastik für den Körper ist.

Joseph Addison, 1672 - 1719

 

Von Kindheit an war ich ein Freund des Lesens, und das bisschen Geld, das mir in die Hände kam, wurde für gute Bücher ausgegeben.
Benjamin Franklin

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