Der Lesekoch-Blog

Montag, 04 September 2017 06:00

Chaos im Kopf

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Warum viele Schüler mit der Rechtschreibung auf Kriegsfuß stehen, ist mir im Laufe der letzten Jahre klargeworden. Es herrscht Chaos im Kopf. Sie kennen nur einige wenige Regeln, und die nur rudimentär. Zum Beispiel wissen sie, dass Nomen einen Artikel haben, und schreiben dann „die Schöne blume.“ Schließlich steht vor “schöne“ ein Artikel. Dass Vokale sowohl kurz als auch gedehnt vorkommen, und dass das bei der Rechtschreibung - für Beispiel aus meiner Rechtschreibförderung hier klicken - zu beachten ist, wissen sie nicht. In der Schule war das bestimmt dran, aber es blieb nicht haften. Hinzu kommt, dass das Handwerkszeug der Schule, das Schreiben, oft nicht beherrscht wird und einen großen Teil der Konzentration abverlangt. Ein Wort zehnmal zu schreiben, damit man sich die richtige Schreibweise einprägt, nutzt hier gar nichts. Die Frage, wie man ein Wort richtig schreibt, stellt sich nur dann, wenn man bereits Strukturen zur Rechtscheibung verinnerlicht hat.

Ich habe während der Ferien meine Rechtschreibförderung überarbeitet. Die einzelnen Themen sind so aufbereitet, dass sie sowohl für die Einzelförderung als auch für einen Kurs geeignet sind.

Das Einstiegskapitel betrifft die Erläuterung der Vokale - für Beispiel hier klicken. Das schafft die ersten Aha-Erlebnisse und bringt die ersten Ordnungselemente ins Rechtschreibchaos. Danach geht es um die Groß- und Kleinschreibung, um dann das Thema Vokale bei der Mitlautverdoppelung erneut aufzugreifen und zu vertiefen. Es schließen sich dann die verschiedenen Rechtschreibphänomene an. Den fachlichen Inhalt konnte ich mit Fachleuten aus dem Schulbereich abstimmen.


Jedes Kapitel hat eine Grundlagenübung, die entweder mit einem einzelnen Schüler oder mit einer Gruppe durchgearbeitet werden kann.


Zuerst kommt ein Chart mit dem Lernziel - Beispiel. In diesem Beispiel geht es um die Substantivierung von Verben. Dabei berschränke ich mich nicht auf den Artikel, sondern es kommt bei der Substantivierung darauf an, dass über das Laufen gesprochen oder dass diese Tätigkeit bezeichnet wird.


Der Stoff wird Schritt für Schritt interaktiv erarbeitet. Ich habe mich bemüht, einleuchtende Beispiel zu jedem Schritt zu bieten, zum Beispiel für das Verstehen der Mitlautverdoppelung nach kurzem Vokal - für Demo hier klicken. Das schrittweise Vorgehen ermöglicht es auch Trainern, die sich schon lange nicht mehr mit der Theorie befasst haben, den Schülern zu helfen. Die neuesten Rechtschreibregeln erarbeitet sich der Trainer praktisch nebenbei mit dem Schüler.


Ein wesentliches Element sind Wiederholungen, und zwar in Variationen, damit das Erarbeitete auch im Gedächtnis bleibt. Dazu gehören auch Lernzieldiktate - für Beispiel hier klicken -, bei denen die Schüler lediglich die Wörter, auf die es im entsprechenden Kapitel ankommt, zu Papier bringen. Schreiben lernt man schließlich nur durch Schreiben. Die Korrektur kann der Schüler anhand einer Vergleichsliste auch selbst vornehmen.


Nach Abschluß eines Grundlagenkapitels können die Schüler einzeln oder mit dem Trainer zusätzliche vertiefende Übungen (Kapitelnummer + Buchstabe) machen, zum Beispiel bei der Groß- und Kleinschreibung die Bestimmung der Wortarten gegebener Sätze - für Demo hier klicken. Es geht hier um die Frage, warum die Wörter in einem gegebenen Satz groß- oder kleingeschrieben werden müssen. Dabei sind die Wortarten zu bestimmen.


In einem manuell zu führenden Kompetenzbuch - für Beispiel Mitlautverdoppelung hier klicken (Kontrollblatt für Trainer, 1. Seite) - werden Lernstände dokumentiert. Auch die gelernten Merksätze sind auf die gleiche Weise zu ergänzen.


Einige Übungen habe ich generell freigeschaltet. Ansonsten ist eine Registrierung mit Klick in das Feld Rechtschreibförderung notwendig. Ich wünsche viel Erfolg.

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1 Kommentar

  • Kommentar-Link Gisela Meier Mittwoch, 13 September 2017 15:36 gepostet von Gisela Meier

    Als ehrenamtliche Lesetrainerin freue ich mich über die Rechtschreibübungen. Wenn die Schüler sicher lesen können, teste ich die Rechtschreibung. Hier tun sich Abgründe auf! Plötzlich sollen die Kinder nicht mehr nach Gehör schreiben, sondern die Rechtschreibung beachten. Sie müssen mühsam "umlernen". Das fällt auch weniger lernschwachen Schülern schwer. Selbst mehrfach geübte Regeln (z.B. Mitlautverdoppelung, Auslautverlängerung) werden beim Diktat dann doch nicht beachtet, weil man sich die falsche Schreibweise schon eingeprägt hat. Zwei meiner Schüler haben deswegen eine schlechtere Note in Deutsch bekommen. Sie sind dankbar, wenn ich mit ihnen übe, zumal das Lesetraining erfolgreich war und die Übungen nicht langweilig sind. "Es war wieder toll", sagte mir ein Schüler am letzten Samstag.

    Vielen Dank!

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