Dehnungs-h und Trennungs-h

Erklärung


In meiner Rechtschreibförderung habe ich die Reglen L-m-n-r und Trennungs-h nie angewandt. Zwei Gründe:

– Sie verunsichern, weil es zu viele Ausnahmen gibt.

– Sie vergewaltigen unsere Sprache, denn das h nach den Vokalen a e i o u ä ö ü gehört zum Vokal davor. Es handelt sich um eine besondere Schreibung dieser langen Vokale.

Das stumme h ist eigentlich überflüssig, denn ohne dieses h würden die Wörter genauso klingen. Die Wörter schauen aber ohne h für geübte Rechtschreiber, deren Zahl allerdings abnimmt, fürchterlich aus.

Beispiele: Kele, lam, Bone, Fure, Mel.

Ich weiß nicht, seit wann es die L-m-n-r-Regel und das Trennungs-h gibt. In der Schule habe ich beide nicht gelernt. Man lehrt diese Regeln, um Wörter mit stummen h als Merkwörter zu vermeiden. Ich kann das ein bisschen verstehen, denn man hat den Kindern mit dem derzeitigen Lehrplan die Chance genommen, die Wörter durch Schreiben mit der verbundenen Schrift intuitiv zu erlernen.

Die L-m-n-r-Regel lautet:

Vor l, m, n und r, das merke ja,
kommt meistenteils ein Dehnungs-h!

Oder, so habe ich die Regel auch schon gelesen:

Das stumme h, das freut uns sehr,
steht meist vor l, m, n und r!

Hier eine Übersicht mit den zutreffenden Wörtern:

Wie bei Rechtschreibregeln üblich, gilt die Regel nur für ursprünglich deutsche Wörter für die erste Silbe, also nicht für Nachsilben wie bei Trübsal. Es gibt aber immer mehr Wörter, die in unsere Sprache eingewandert sind. Zum Beispiel Gel, Roman.

Es gibt aber auch viele Ausnahmen bei den deutschen Wörtern in der ersten Silbe (Aufzählungen nicht vollständig):

q: Qual, quer

sch: Schule, Scham, schonen, Schnur

sp: Spule, Sporen, sparen

t: Tal, Ton, Tor, Tür

eu/au: Eule, Raum, raunen

Konsonantenhäufungen: Kran, klar, Flur, Plan

Ausnahmen kein h bei l m n r: malen, holen, hören, Samen, Kur, Kür

Ausnahmen h ohne l m n r: Draht, Fehde, Naht

alle Wörter bei denen ohne h zwei Vokale aufeinandertreffen: sehen, gehen, mähen … (siehe Trennungs-h)

alle Wörter mit einem h am Wortende: Floh, floh, froh, früh, Kuh, nah, Reh, roh, Ruh, Schuh, Stroh, Vieh, Weh, Zeh (siehe Trennungs-h)

Trennungs-h

Für die beiden letzten Ausnahmen von der L-m-n-r-Regel hat man das Trennungs-h erfunden.

Diese Regel besagt, dass, wenn zwei Vokale aufeinandertreffen, ein h dazwischen zu schreiben ist. Doppelvokale sind natürlch nicht gemeint.

Beispiele:
seen, geen, ween, mäen, näen werden zu
se-hen, ge-hen, we-hen, mä-hen, nä-hen.

Die Wörter, die mit h enden, sollen verlängert werden, damit man das Trennungs-h „hört“. Ohne Wortverlängerung steht das „Trennungs-h“ am Ende des Wortes, obwohl es da nichts trennt.

Beispiele:
Floh, früh, Kuh, Schuh, Zeh
Flö-he, frü-her, Kü-he, Schu-he, Ze-hen.

Weil beim Trennungs-h das h vom Vokal weg an den Beginn der ersten Silbe rückt, verführt es zum Lesen. Ich höre immer öfter Schüler, aber auch Erwachsene, die das stumme h als Trennungs h hörbar sprechen.