Eltern als Lesetrainer?

Eltern haben die besten Voraussetzungen, mit ihrem Kind das Lesen zu üben. Das Problem ist aber oft, dass die Eltern zu wenig Zeit haben bzw. sich zu wenig Zeit dafür nehmen. Sie werden oft sehr schnell ungeduldig. Das ist nicht förderlich für den Lernprozess. Beim Lesenlernen braucht jedes Kind seine Zeit. Für Eltern empfehle ich mein Buch "Das Lese-Hörbuch". Darin beschreibe ich meine Erfahrungen und Möglichkeiten, wie man zuhause üben kann.

Die gesellschaftlichen Veränderungen tragen auch dazu bei, dass die häusliche Unterstützung beim Lesenlernen nachlässt. Eltern müssen sich aber darüber im Klaren sein, dass die Schule das Elternhaus nicht ersetzen kann. Der Einfluss des Elternhauses prägt das Kind mehr als der Besuch des Unterrichts in der Schule.

Viele Eltern nutzen die Gelegenheit zum Üben, die sich anbieten, oft nicht. Manchmal heißt es: "Keine Zeit!" Es gibt aber tagtäglich viele Chancen, zu üben. Zum Beispiel beim Spaziergang oder beim Autofahren gibt es viele Anregungen zum Lesen oder zum Rechnen, z.B. Hinweisschilder oder Autonummern.

Wenn Eltern mit Kindern lesen, gibt es viele Möglichkeiten: Man kann gleichzeitig lesen, man kann dem Kind vorlesen, das Kind vorlesen lassen, abwechselnd lesen usw. Wichtig ist aber, dass die Eltern die Lesefehler sanft korrigieren, keine Verärgerung zeigen und Mut machen. Lesefehler, die nicht auf einer kleinen Unaufmerksamkeit beruhen, sind meist ein Anzeichen für den Beginn der Ratetechnik. Diese darf sich nicht "festsetzen". Deshalb sind Fehler zu korrigieren. Wenn das Kind aber anfängt, und das ist ein sehr gutes Zeichen, Lesefehler selbst zu berichtigen, sollte man ihm diese Chance geben und abwarten, ob ein Korrekturversuch erfolgt.

Ich versuche, meinen Leseschülern Qualen zu ersparen. Wenn ich merke, dass sich mein Schüler mit einem Text sehr schwer tut, lese ich den Text mit ihm oder über die schwierigen Wörter mit ihm silbenweise.

Bei meinen Leseschülern kann ich ganz genau feststellen, welchen Kindern zuhause vorgelesen wurde und welche Kinder zuhause richtige Gespräche mit den Eltern führen. Man merkt das sofort am Wortschatz der Kinder.

Wenn Eltern mit ihren Kindern alleine (nicht als Ergänzung eines externen Trainings) traineren wollen, dann stehen die notwendigen Informationen unter "Für Lesetrainer" in der Kopfzeile der Internetseite (Topmenü). Die Hinweise auf die organisatorische Abstimmung mit der Schule sind dabei entbehrlich. 

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Lest nicht wie die Kinder, zum Vergnügen, noch wie die Streber, um zu lernen, nein, lest, um zu leben.

Gustave Flaubert

Von Kindheit an war ich ein Freund des Lesens, und das bisschen Geld, das mir in die Hände kam, wurde für gute Bücher ausgegeben.
Benjamin Franklin

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