Der Lesekoch ist ein Lese-Lernprogramm zur Unterstützung des Lese-Lernprozesses. Es basiert auf dem Wissen um die Schwierigkeiten beim Lese-Lernprozess und bietet zu deren Überwindung spezifische Übungen an.
Die Übungen auf meiner Plattform der-lesekoch.de können kostenlos genutzt werden. Meine Übungen können am PC in der Eins-zu-eins-Förderung eingesetzt werden und eigenen sich auch sehr gut auch für eine Online-Förderung, zum Beispiel mit Zoom.
Lesekoch-Grundsätze und Erläuterung einiger Lesetools
Vorteile des Computer-Trainings
Der Nutzen des Computers ist: Lesefreundlichkeit durch große Schrift, Anzeige des Textes buchstaben-, silben-, wort- oder satzweise. Man arbeitet praktisch mit einem digitalen Leselineal. Die Anwendung meiner Übungen erfordert keine spezifischen Computer-Kenntnisse. Für Kinder, die sich sehr schwer mit dem Leseerwerb tun, ist der Computer vielleicht eine willkommene Abwechslung.
Da meine Übungen immer mit einem Trainer gemacht werden, besteht auch nicht die übliche Gefahr elektronischer Medien. Es wird nicht oberflächlich gearbeitet und es gibt keine Ablenkungen durch Werbung oder Social Media.
Für wen ist das Lesekoch-System?
Für alle Menschen, die Kindern beim Erwerb der Lese- und Rechtschreibfertigkeit helfen, ganz gleich in welcher Form das geschieht. Also für: Eltern, Lesepaten, Lehrer, Trainer, Therapeuten …
Warum sind die Übungen kostenlos?
Weil ich im Verein AktivSenioren e.V. ehrenamtlich arbeite.
Üben mit Bezugsperson

Ich gehe davon aus, dass die Schüler immer mit einer Bezugsperson üben. Es wäre aber auch möglich, dass die schon erfahrenere Kinder auch alleine üben. Es gibt bei vielen Übungen die Möglichkeit, ein integriertes Vorleseprogramm zu nutzen. Damit wäre Tandemlesen online möglich.
Wo steht mein Schüler?
Zu Beginn eines Lesetrainings verschaffe ich mir einen Überblick über den Lernstand meiner Schüler mit einem kurzen Test. Dabei weiche ich bewusst von den üblichen Testverfahren ab. Warum? Ich will zu meinem Schüler Vertrauen aufbauen. Deshalb will ich ihm nicht klarmachen, was er alles nicht kann. Ich sage meinen Leseschülern, dass ich ungefähr wissen muss, wo sie stehen, und deswegen wird ein kurzer Text gelesen. Da ich meistens sehr schwache Schüler übernehme, genügen mir oft wenige Sätze, um zu wissen, auf welchem Niveau wir mit dem Üben beginnen müssen.

Dass im Test wahrscheinlich nicht alle Probleme, die der Schüler hat, auftreten, das stört mich nicht. Beim Lesen hängt sowieso alles mit allem zusammen. Außerdem gebe ich keine Schätzung über die notwendige Dauer der Leseförderung ab. Ich will weder den Schüler noch mich selbst unter Druck setzen. Diesen Vorteil haben professionelle Trainer meist nicht. Lesepaten können da freier agieren.
Wichtig ist, dass man für die erste Einschätzung der Lesefertigkeit eines Schülers einen jahrgangsgerechten Text nimmt und dass man den Schüler nicht quält.
Jahrgangsgerechte Texte

Die interessanten, jahrgangsgerechten Texte stammen meist aus den Zeitschriften „Flohkiste“ und „Floh“ aus dem Domino Verlag, den es heute leider nicht mehr gibt. Die von mir verwendeten Texte sind aber zeitunabhängig. Manche Artikel stammen aus anderen Quellen. Die Leseübungen dazu und alle sonstigen Übungen habe ich selbst entwickelt.
Ich arbeite grundsätzlich mit Texten, die ich in einer Übungsstunde abschließen kann.
Auf den Trainer kommt es an

Am wichtigsten bei der Leseförderung sind nicht meine Übungen oder irgendeine Technik oder Methode, sondern es ist die Motivation des Trainers und der Schüler. Es kommt darauf an, wie Trainer bzw. Eltern und Kind miteinander üben. Das Kind braucht Erfolgserlebnisse. Lob ist wichtig, insbesondere die Anerkennung von Anstrengung und Verbesserung.
Richtig üben

Richtiges Üben heißt, sich zu fragen, wie das Kind zu Erfolgserlebnissen kommt. Die rationale Ebene, also der Hinweis auf den Nutzen im späteren Leben, zieht bei Grundschülern nicht. Hier ist die emotionale Ebene wichtig. Ermutigen, loben, Geduld haben und Verständnis zeigen sind unverzichtbare Voraussetzungen für die Motivation der Kinder. Aber auch die Eltern bzw. Trainer müssen motiviert sein. Den Schülern muss Hoffnung gemacht werden.
Wenn man Erfolge erzielen will, muss man zunächst vereinfachen, damit das Kind die Aufgabe bewältigen kann. Ich wähle deshalb meist ganz leichte Texte, zumindest aber solche, die eine Klassenstufe unter dem Jahrgang meines Schülers liegen.
Ich lege viel Wert auf Wiederholungen. Solche finden Sie in vielen Varianten in meinen Übungen. Sie dienen der Festigung des Geübten. Mehr in die Tiefe gehe ich erst, wenn eine ausreichende Sicherheit gegeben ist.
Silben bei der Leseförderung
Zu Beginn meiner Leseförderung habe ich die Silben so gekennzeichnet, wie sie im Duden als Trennsilben vermerkt sind. Alle Schulbuchverlage tun das auch. Ich habe aber bald gemerkt, dass meine Schüler die Silben nicht so lesen dürfen, wie ich sie laut Duden gekennzeichnet habe. Beim Wort sin-gen ist das ng ein Laut. Die Buchstaben n und g getrennt zu lesen, wäre nicht zielführend. Weitere Beispiele für ungeeignete Duden-Silben sind Wörter wie Schne-cke. Das e in Schnecke ist kurz. Am Ende einer Silbe wird der Vokal aber lang gesprochen. Damit kann man Schüler verwirren. Die Silbenkennung soll dem Schüler das Lesen leichter machen und ihn nicht zwingen, ständig an Ausnahmen denken zu müssen. Ich hatte meist sehr schwache Schüler, mit denen ich tatsächlich auf der Silbenebene geübt habe. Dabei sind lesegerechte Silben eine echte Hilfe. Schüler, die schon besser lesen, brauchen meist nur bei einigen Wörtern diese Unterstützung. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass für diese Schüler eine komplette Silbenkennung aber nicht irritierend ist. Da die Texte oft auch Silbe für Silbe angezeigt werden und das Wort im Silbenaufbau gelesen wird, ist eine Silbenkennung, die nicht dem Sprachgebrauch entspricht, nicht förderlich. Bei den Wiederholungs- und Verständnisübungen zu den Texten mit Silbenkennung habe ich meist auf eine Silbenmarkierung verzichtet.
Man könnte als Lesehilfe auch die Wortstämme kennzeichnen. Für die Rechtschreibungsförderung ist das bei deutschen Wörtern sehr gut. Ich mache das nach meinem Sprachgefühl und so, wie ich glaube, dass die Markierung für die Schüler hilfreich ist, zum Beispiel, weil das Wort bzw. der Sinn schneller erfassbar ist. Das Thema Silben behandle ich ausführlich in einem Blog.
Was muss ich wissen?

Was man wissen sollte, wenn man mit der Leseförderung beginnt, habe ich in einer Broschüre zusammengefasst. Das Heft meines Vereins 1-2-3e.V. ist eine Starthilfe für die Leseförderung für Eltern und ehrenamtliche Lesepaten und kann von meiner Internetseite heruntergeladen werden.