Liebe Kolleginnen und Kollegen,

im Beruf habe ich gelernt, dass es wirtschaftlicher ist, Probleme frühzeitig abzustellen, als später die Reklamationsabteilung aufzustocken. Bei den meisten Schülern fängt die Förderung bei Lese-, Rechtschreib- und Rechenschwierigkeiten aber zu spät an. Deshalb habe ich jetzt erstmals mit der Förderung in der ersten Klasse begonnen. Die Übungen für diese Klasse baue ich zügig aus. Der Trainer muss aber immer beachten, was die Schüler schon gelernt haben, und beim Lesen entsprechend unterstützen.

Ich will in den Übungen die Schüler auch schon auf Rechtschreibphänomene aufmerksam machen, z.B. auf die Mitlautverdoppelung oder das stumme „h“. Bei der Rechtschreibförderung habe ich nämlich festgestellt, dass die geförderten Schüler in der vierten Klasse keine Ahnung haben, warum Vokale kurz oder gedehnt gesprochen werden, obwohl sie die bekannten Wörter richtig aussprechen.  Wenn sie die Regel kennen würden, dann fiele ihnen die Rechtschreibung viel leichter. Der doppelte Mitlaut z.B. ist ja auch eine Leseregel. Sonst könnte man ja Qualen und Quallen nicht unterscheiden. Den Grundstein für dieses Basiswissen will ich frühzeitig legen.  Bei den Wörtern, die ich auf den Übungsseiten (Rechtschreibphänomene bemerken) anbiete, die natürlich alle aus dem gelesenen Text vorher stammen, sollte der Trainer aber eine kleine Auswahl treffen. Herantasten, nicht überfordern, ist die Devise.

Ich möchte Sie noch auf ein Buch aufmerksam machen, das ich dieses Wochenende gelesen habe:

Armin Born, Claudia Oehler - Lernen mit Grundschulkindern - Praktische Hilfen und erfolgreiche Fördermethoden für Eltern und Lehrer - Kohlhammer, 2017, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage

Dieses Buch enthält nützliche Informationen für Eltern und Trainer. Ich kann es sehr empfehlen. Eine Rezension finden Sie auf meiner Internetseite. Gerade für die Rechenförderung, mit der ich vor Kurzem begonnen habe, habe ich gute Anregungen erhalten.

Weiter viel Erfolg bei der Förderung Ihrer Schüler – Siegbert Rudolph

Lesen ist für den Geist, was Gymnastik für den Körper ist.

Joseph Addison, 1672 - 1719

 

"Wer zu lesen versteht, besitzt den

Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten."

Aldous Huxley 1894 - 1963

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