Wie gehe ich konkret bei einem Schüler vor?

Die häufigsten Fragen sind, wie die erste Stunde gestaltet werden kann, und welche Übungen ausgewählt werden sollen. Bei meinem System gibt es kein Schema, nach dem man vorgehen kann. Das hat den Vorteil, dass man das Training ganz gezielt auf seinen Schüler zuschneiden kann. Die erste Stunde ist zumindest teilweise auch zum Kennenlernen da. Manche Trainer nehmen sich dafür viel Zeit, ich selbst halte diesen Teil recht kurz. Wichtig ist aber, dass man dem Schüler zeigt, dass man Verständnis hat und Hoffnung weckt. Welche Schwierigkeiten ein Schüler hat, stellt man leicht fest, wenn man sich einen jahrgangsgerechten kurzen Textabschnitt vorlesen lässt. Dann überlegt man, mit welchen Übungen man weiter macht. Es ist empfehlenswert, die Übungen, die man macht, zu dokumentieren.

Jeder Trainer gestaltet das Training frei.

Ich wähle für das erste Training folgende Übungen aus dem Downloadbereich aus:

  • 2. Klasse: Kategorie B Artikel - Alles kostet Zeit
  • 3./4. Klasse: Kategorie C Artikel - Alma schaut ins All
  • 5. Klasse und höher: Kategorie D Artikel - 00 Anfangstest Mittelstufe

In den ersten beiden Fällen handelt es sich um ganz normale Übungen auf Basis eines kurzen, jahrgangsgerechten Artikels, denen aber eine Kurzfassung des Textes ohne Lesehilfe vorangestellt ist. Ich lasse mir diesen kurzen Textabschnitt vorlesen und mache mir auf einem gedruckten Exemplar dieses Textes Notizen. Danach wird die Übung soweit wie möglich zu Ende gebracht. Auch dabei mache ich Notizen. Die Notizen werte ich nach dem Training aus und entscheide dann, wie weiter geübt wird.

Für die Mittelstufe habe ich einen Test entwickelt, der etwas mehr Hinweise zu der Lesefertigkeit der Schüler gibt und ansatzweise auch zeigt, wie und ob die besonderen Darstellungsformen des Textes wirken. Die Übung drucke ich vor dem Training für mich aus und mache Notizen, die dann der Planung des weiteren Traings dienen.

Seit Kurzem nehme ich das erste Training mit Stenorette auf. Das ermöglicht eine noch bessere Planung und dient auch der Dokumentation bzw. schafft eine Vergleichsmöglichkeit für später.

Grundsätzlich lasse ich die Übungen am PC ablaufen. Manchmal bediene ich, manchmal der Schüler die Maus.

Übungen, die mit dem Buchstaben S versehen sind, haben eine silbenweise Darstellung. Diese ist besonders für noch sehr schwach lesende Schüler geeignet. Per Klick kommt immer eine Silbe oder manchmal das Wort Silbe für Silbe. Die Darbietung hat den Vorteil, dass der Schüler nicht unter Druck kommt, und sich in kleinen Einheiten durch den Text arbeitet. Bei dieser Art der Darbietung ist es besser, den Schüler selbst klicken zu lassen. Nach zwei bis drei Sätzen lasse ich den Schüler den gerade gelesenen Teil wiederholen. Denn nach nur einem Satz muss man u.U. damit rechnen, dass der Schüler den Satz oder Teile davon aus dem Gedächnis abruft.

Die Dokumentation kann selbstverständlich formlos geschehen. Ich setze das Schülermerkblatt ein, das im Downloadbereich - Ü 10 Notizblatt Training mit Schüler - heruntergeladen werden kann. Es dient auch für Notizen, z.B. auffällige Fehler. Sollte die Übung selbst Fehler enthalten, kann man das auch notieren und mir später mitteilen. Bitte möglichst mit Kategorie, Titel, PowerPoint-Seite und, wenn möglich, Zeile.

Noch ein Hinweis zu Lesefehlern: Ich werde oft gefragt, ob man wirklich jeden Lesefehler korrigieren sollte, auch kleine. Beispiel: Der Satz lautet: "Der Turm ist der höchste in der Welt." Gelesen wird: "Der Turm ist der höchste der Welt." Auf das Wort "in" sollte aufmerksam gemacht werden. Oder: "Sie wollten ..." Sie wollen ..." Auch das sollte sanft korrigiert werden.

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"Alle guten Worte dieser Welt stehen in Büchern."

Chinesisches Sprichwort, gehört von Dr. Birgit Kreß, Erste Bürgermeisterin Markt Erlbach

Von Kindheit an war ich ein Freund des Lesens, und das bisschen Geld, das mir in die Hände kam, wurde für gute Bücher ausgegeben.
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