Oma Grete erzählt

Kapitel 08

Übungen von Siegbert Rudolph

Kapitel 08 Kleidung hergestellt in Heimarbeit


Na ja, natürlich wuchsen wir genau so schnell wie Ihr heute. Aber es gab keine neuen Kleider. Hosen und Röcke wurden vererbt, geändert, gewendet, verlängert. Wichtig waren die Hausschneiderinnen. Die kamen für einen Tag ins Haus. Sie flickten Tischtücher und Bettlaken und säumten Röcke neu. Sie ersetzten durchgewetzte Hemdkrägen durch einen Stoff, welcher vom selben Hemd unten abgeschnitten wurde. Dafür erhielten sie einen geringen Lohn und nahmen an den Mahlzeiten teil.

Bei meinen Großeltern in Stuttgart trennte die Schneiderin meistens einen Anzug vom Opa auf. Daraus nähte sie ein Kostüm für mich. Das war stets dunkelblau mit Nadelstreifen, denn der Opa war Direktor in einem Verlag. Meine Mutter fand diese Kostümchen etwas streng. Sie setzte sich hin, ribbelte mehrere alte Pullover auf und strickte daraus hübsche bunte Pullis für mich. Auch Tante Emma in Rietenau fand diese Bekleidung nicht passend für ein wildes, kleines Mädchen. Sie verhalf mir dann zu lustigen Blusen oder Kleidern mit Blumen und Herzen. Dazu wurden ältere Kleider meiner Cousine Irmgard aufgetrennt und verwendet.

Ein unangenehmes Erlebnis ist mir im Gedächtnis geblieben: Mama hatte irgendwo einen schönen, hellen Wollstoff aufgetrieben. Daraus ließ sie mir einen Wintermantel nähen. Sie war glücklich, dass ich den kommenden Winter gut verpackt überstehen würde.

Die Winter nach dem Krieg waren nämlich furchtbar kalt. Aber Heizmaterial war rationiert und kaum zu bekommen. Eines Tages entdeckte ich auf dem Heimweg einen Kohlenhaufen. Er war wohl gerade geliefert und noch nicht in den Keller geschaufelt worden.

Kurz entschlossen packte ich mit beiden Händen so viel Kohlen wie möglich. Ich füllte meinen Schulranzen, die Manteltaschen, die Kapuze und zog stolz und glücklich heim. Ich war sicher, Mama würde begeistert sein. Als diese mich jedoch sah, war ich ringsum schwarz und dreckig. Der neue Mantel war total verdorben. Da gab es einen gewaltigen Ärger. So kann man sich täuschen als Kind!

Übungen


JA oder NEIN
Hosen für Mädchen waren damals sehr modern. JA/NEIN
Zu Hausschneiderinnen ging man ins Haus. JA/NEIN
Durchgewetzte Hemdkragen wurden ersetzt. JA/NEIN
Aus einem Anzug von ihrem Opa wurde für Grete ein Kostüm genäht. JA/NEIN
Der Opa trug dunkelblaue Anzüge mit Querstreifen. JA/NEIN
Alte Pullover wurden aufgeribbelt und neue, hübsche daraus gemacht. JA/NEIN
Ältere Kleider der jüngeren Cousine wurden für Grete umgearbeitet. JA/NEIN
Aus einem schönen, hellen Wollstoff bekam Grete einen Wintermantel. JA/NEIN
Das Heizmaterial war damals rationalisiert. JA/NEIN
Grete wurde geschimpft, weil der Wollmantel schmutzig war. JA/NEIN
Das Heizmaterial wurde zugeteilt, sprich rationiert, weil es zu wenig gab. JA/NEIN
Finde die passende zweite Zeile!
Die Mutter ribbelte alte Pullover auf.
- Es war ein Rock mit einer Jacke.
- Ein unangenehmes Erlebnis mit Kohlen blieb Grete im Gedächtnis.
- Somit hatte sie wieder Wolle für neue Stricksachen.
- Jedem wurde nur eine kleine Menge zugeteilt.
- Der alte Saum war ersetzt worden.
- Er war durch langes Tragen abgenutzt.
Finde die passende zweite Zeile!
Der Stoff der Hosen war oft durchgewetzt.
- Jedem wurde nur eine kleine Menge zugeteilt.
- Der alte Saum war ersetzt worden.
- Es war ein Rock mit einer Jacke.
- Ein unangenehmes Erlebnis mit Kohlen blieb Grete im Gedächtnis.
- Somit hatte sie wieder Wolle für neue Stricksachen.
- Er war durch langes Tragen abgenutzt.
Finde die passende zweite Zeile!
Heizmaterial war damals rationiert.
- Er war durch langes Tragen abgenutzt.
- Somit hatte sie wieder Wolle für neue Stricksachen.
- Es war ein Rock mit einer Jacke.
- Ein unangenehmes Erlebnis mit Kohlen blieb Grete im Gedächtnis.
- Jedem wurde nur eine kleine Menge zugeteilt.
- Der alte Saum war ersetzt worden.
Finde die passende zweite Zeile!
Eine Schneiderin nähte ein Kostüm für Grete.
- Jedem wurde nur eine kleine Menge zugeteilt.
- Der alte Saum war ersetzt worden.
- Es war ein Rock mit einer Jacke.
- Ein unangenehmes Erlebnis mit Kohlen blieb Grete im Gedächtnis.
- Somit hatte sie wieder Wolle für neue Stricksachen.
- Er war durch langes Tragen abgenutzt.
Finde die passende zweite Zeile!
Der Rand des Kleidungsstückes sah wie neu aus.
- Der alte Saum war ersetzt worden.
- Er war durch langes Tragen abgenutzt.
- Jedem wurde nur eine kleine Menge zugeteilt.
- Es war ein Rock mit einer Jacke.
- Ein unangenehmes Erlebnis mit Kohlen blieb Grete im Gedächtnis.
- Somit hatte sie wieder Wolle für neue Stricksachen.