Oma Grete erzählt

Kapitel 10

Übungen von Siegbert Rudolph

Kapitel 09 Kleidung, Hauptsache warm und praktisch


Die Kleidermode ließ im Gegensatz zu heute sehr zu wünschen übrig. Sowohl Mädchen als auch Buben trugen Leibchen: Eine Art Mieder aus festem Stoff, daran wurden mit Knöpfen Strapse befestigt. Diese dienten als Halterung für abscheuliche, graubraune lange Strümpfe. Bei den Mädchen verschwand diese Sache unter dem Rock. Bei den kurzen Hosen der Buben blitzte manchmal der Straps heraus. Das brachte uns Mädchen dann zum Kichern. Mädchen trugen keine langen Hosen. Nur zum Sport waren blaue Trainingshosen ohne Passform erlaubt.

Nach der vierten Klasse besuchte ich ein von Nonnen geleitetes Lyzeum. Hier waren Hosen ohnehin verboten.

In einem sehr kalten Winter protestierten die Mütter, weil die Kinder reihenweise erkrankten. Darauf wurde uns genehmigt, Trainingshosen anzuziehen, sofern ein Rock darüber getragen würde.

Ältere Pullover wurden niemals weggeworfen, wenn sie zu klein waren. Sie wurden aufgeribbelt. Die Wolle wurde vorsichtig gewaschen und zum Trocknen über ein Brett gewickelt, damit sie glatt wurde. Dann konnte man wieder etwas stricken. Ein neuer Pullover benötigte stets mehr Wolle als vorhanden. Daher mischte man verschiedene Wollreste zu neuen Kreationen. Meine Mutter war eine echte Strickkünstlerin in Bezug auf Farben, Formen und Muster.

Gelegentlich kam auch Kleidung mit den Carepaketen aus Amerika. Darin waren neben Schokolade und Milchpulver auch ganz moderne Röcke und Kleider.

Es war unser erster Kontakt mit Kunstfasertextilien. Beim Gehen raschelte der Stoff, und das fand ich toll! Für die Erwachsenen gab es nach der Währungsreform hauchdünne Strümpfe aus Nylon, hinten mit einer Naht. Diese Naht musste unbedingt schön gerade sitzen. Die Nylonstrümpfe waren anfangs sehr teuer. Wenn durch Unachtsamkeit eine Laufmasche entstanden war, konnte man sie sogar zur Reparatur bringen.

Scheiterhaufen


Mein nächstes Gericht, der Scheiterhaufen, ist süß, preiswert und schmeckt allen Kindern. Im Schwäbischen heißt er Ofenschlupfer.
Rezept:
6-8 alte, geschnittene Semmeln, 500g fein geschnittene Äpfel, Rosinen (wenn man sie mag), ein halber Liter Milch, drei Eier, Zucker, Vanillezucker.
Semmeln und Äpfel werden zusammen mit den Rosinen in eine gefettete Auflaufform geschichtet. Die Milch-Zucker-Eiermischung wird darüber gegossen.
Der Auflauf wird im Rohr bei Mittelhitze etwa 45 Minuten gebacken. Dazu gibt es Vanillesoße.

Übungen


JA oder NEIN
Auch Jungs trugen damals Strapse. JA/NEIN
Mädchen trugen damals meist lange Hosen. JA/NEIN
Ein Lyzeum ist eine Schule nur für Mädchen. JA/NEIN
Eine Kreation ist ein kleines Lebewesen. JA/NEIN
Eine Kreation ist eine Neuschöpfung. JA/NEIN
In der Nachkriegszeit kamen Carepakete aus Afrika. JA/NEIN
Bei der Währungsreform bekam jeder mehr Geld als vorher. JA/NEIN
Es gab damals hauchdünne Strümpfe, hinten mit einer Naht. JA/NEIN
Laufmaschen in den Strümpfen konnte man reparieren. JA/NEIN
Bei der Währungsreform wurde das alte Geld wertlos. JA/NEIN
Finde die passende zweite Zeile!
Grete besuchte in der vierten Klasse ein Lyzeum.
- Sie beschwerten sich bei der Schulleitung.
- Das brache die Mädchen zum Kichern.
- Sie erfand neue Formen und Muster.
- Sie ging in eine höhere Schule für Mädchen.
- Die Laufmaschen wurden ausgebessert.
- Man hatte keine hohen Ansprüche und trug das, was da war.
Finde die passende zweite Zeile!
Gretes Mutter schuf beim Stricken immer wieder neue Kreationen.
- Die Laufmaschen wurden ausgebessert.
- Das brache die Mädchen zum Kichern.
- Sie erfand neue Formen und Muster.
- Sie ging in eine höhere Schule für Mädchen.
- Man hatte keine hohen Ansprüche und trug das, was da war.
- Sie beschwerten sich bei der Schulleitung.
Finde die passende zweite Zeile!
Nylonstrümpfe konnte man zur Reparatur bringen.
- Sie ging in eine höhere Schule für Mädchen.
- Die Laufmaschen wurden ausgebessert.
- Man hatte keine hohen Ansprüche und trug das, was da war.
- Sie beschwerten sich bei der Schulleitung.
- Das brache die Mädchen zum Kichern.
- Sie erfand neue Formen und Muster.
Finde die passende zweite Zeile!
In einem sehr kalten Winter protestierten die Mütter gegen das Hosenverbot.
- Die Laufmaschen wurden ausgebessert.
- Man hatte keine hohen Ansprüche und trug das, was da war.
- Sie beschwerten sich bei der Schulleitung.
- Das brache die Mädchen zum Kichern.
- Sie erfand neue Formen und Muster.
- Sie ging in eine höhere Schule für Mädchen.
Finde die passende zweite Zeile!
Die Kleidermode lies damals sehr zu wünschen übrig.
- Sie erfand neue Formen und Muster.
- Sie ging in eine höhere Schule für Mädchen.
- Die Laufmaschen wurden ausgebessert.
- Man hatte keine hohen Ansprüche und trug das, was da war.
- Sie beschwerten sich bei der Schulleitung.
- Das brache die Mädchen zum Kichern.