Oma Grete erzählt
Kapitel 13
Übungen von Siegbert Rudolph
Kapitel 13 Hamstern
Im Gegensatz zur Stadt wurden wir im Dorf immer satt. Hin und wieder wurde heimlich gebuttert. Oma stellte dabei aus dem Rahm der Kuhmilch mit einem Butterfässle frische Butter her. Das war nicht erlaubt. Daher musste einer aus der Familie an der Haustür bleiben und pfeifen, wenn Besuch kam.
Die offiziell erlaubten Portionen laut Lebensmittelkarte reichten natürlich niemandem. Am Wochenende kam immer ein Strom von Städtern. Diese versuchten mit Tauschobjekten zusätzliche Nahrung zu ergattern. Sie brachten Ölbilder, Schmuck und Wäsche im Tausch gegen Kartoffeln, Äpfel und Mehl. Das nannte man "Hamstern fahren".
Wie überall wurde auch in Rietenau gelegentlich "schwarz" geschlachtet. Das war nicht genehmigt, konnte aber auch nicht ganz verheimlicht werden. Also bekamen alle Nachbarn etwas Metzelsuppe und Blutwurst. Sie hielten den Mund und waren zufrieden.
Hefezopf
Was mir bei meiner Oma am besten schmeckte, war der Hefezopf!
Für ein großes Exemplar braucht man: 1 Kilo Mehl und 1 Würfel Hefe, 150 Gramm Zucker, 150 Gramm Butter, 2 Eier, ½ Liter Milch, 100 Gramm Rosinen, zum Bestreuen Hagelzucker oder Mandelblättchen.
Das Mehl in eine Schüssel geben. In der Mitte eine Mulde machen. Mit Hefe, etwas Zucker und warmer Milch einen Vorteig anrühren und gehen lassen. Dann mit dem Rest der Zutaten die ganze Menge so lange verkneten, bis ein glatter Teig entstanden ist. Der Teig muss jetzt so lange gehen, bis er doppelt so groß ist. Nun kann man ihn zu einem Zopf flechten. Auf dem Blech noch einmal gehen lassen. Mit Eigelb bestreichen und mit Hagelzucker oder Mandeln bestreuen.
Backen bei 175° etwa ½ Stunde.
Achtung: Hefeteig braucht Zeit, wenn er locker werden soll!
Wenn ihr genau auf das Foto seht, erkennt ihr den großen Hefekranz auf dem Tisch!

Die Aufnahme ist von Weihnachten 1916. Links seht ihr meine Großeltern Friedrich und Karoline. Daneben sitzt Sohn Max mit dem kleinen Fritz auf dem Schoß. Fritz ist mein Papa. Im Hintergrund steht Sohn Ernst als Soldat auf Heimaturlaub.
Übungen
Im Gegensatz zum Dorf wurde man in der Stadt immer satt. JA/NEIN
Auf dem Land wurde gelegentlich heimlich Butter erzeugt. JA/NEIN
Jemand musste dann an der Haustüre Schmiere stehen. JA/NEIN
Offiziell waren viel zu wenig Lebensmittel pro Person vorgesehen. JA/NEIN
Am Wochenende kamen Städter zum Hamstern aufs Land. JA/NEIN
Die Städter wollten Lebensmittel gegen Ölbilder und Schmuck tauschen. JA/NEIN
Schlachten war verboten. JA/NEIN
Im Ort Rietenau hielt man sich an das Schlachtverbot. JA/NEIN
Die offiziell erlaubten Portionen reichten niemandem.
- Es war nicht erlaubt und geschah heimlich.
- Dazu brauchte man ein Butterfässle.
- Was man amtlich zugeteilt bekam, war zu wenig.
- Sie wollten mit List und Geschick dazu kommen.
- Sie verrieten nichts.
- Sie wollten für ihre Gegenstände etwas zum Essen haben.
Die Städter brachten beim Hamstern Tauschobjekte mit aufs Land.
- Sie wollten mit List und Geschick dazu kommen.
- Sie verrieten nichts.
- Sie wollten für ihre Gegenstände etwas zum Essen haben.
- Es war nicht erlaubt und geschah heimlich.
- Dazu brauchte man ein Butterfässle.
- Was man amtlich zugeteilt bekam, war zu wenig.
Die Städter wollten Nahrungsmittel ergattern.
- Was man amtlich zugeteilt bekam, war zu wenig.
- Sie wollten mit List und Geschick dazu kommen.
- Sie verrieten nichts.
- Sie wollten für ihre Gegenstände etwas zum Essen haben.
- Es war nicht erlaubt und geschah heimlich.
- Dazu brauchte man ein Butterfässle.
Gelegentlich wurde in Rietenau schwarz geschlachtet.
- Was man amtlich zugeteilt bekam, war zu wenig.
- Sie wollten mit List und Geschick dazu kommen.
- Sie verrieten nichts.
- Sie wollten für ihre Gegenstände etwas zum Essen haben.
- Es war nicht erlaubt und geschah heimlich.
- Dazu brauchte man ein Butterfässle.
Die Nachbarn hielten den Mund.
- Sie wollten mit List und Geschick dazu kommen.
- Sie verrieten nichts.
- Sie wollten für ihre Gegenstände etwas zum Essen haben.
- Es war nicht erlaubt und geschah heimlich.
- Dazu brauchte man ein Butterfässle.
- Was man amtlich zugeteilt bekam, war zu wenig.