ch nach s – Häsch-en statt Häs-chen

Es gibt Buchstabenfolgen, die vielen Kindern Probleme machen. Ein Beispiel ist das Wort biss-chen. Es wird manchmal bis-schen gelesen. Die Verkleinerungsform von Wörtern, die in der Verkleinerung vor der Endung chen ein s haben, ist für viele Kinder eine große Hürde. Das sch ist als Laut bekannt und wird hier irrtümlicherweise gelesen. Mit der Übung ch nach s kann man das Thema gezielt angehen. Ich übe gern mit Wörterbatterien, hier ein Auszug aus der Übung ch nach s:

Die Nase wird zum Näschen.
Der Spaß wird zum Späßchen.
Die Rose wird zum Röschen.
Die Dose wird zum Döschen.
Der Kuss wird zum Küsschen.
Die Nuss wird zum Nüsschen.
Das Fass wird zum Fässchen.

Wortbatterien zu lesen, gibt Sicherheit!

Ich wünsche viel Erfolg! Siegbert Rudolph

Silbentrainer

In der Konfiguration stellen Sie die Laute ein, die Sie üben wollen, sowie die Spalten, also zusätzlich zur Abbildung Konsonant und Vokal oder Vokal und Konsonant. Für Kinder, die Probleme mit der Blicksteuerung haben, ist die zeitversetzte Anzeige der Laute sehr hilfreich. Silbentrainer ausprobieren!

Ich wünsche viel Erfolg! Siegbert Rudolph

Gehirnjogging

Zwischendurch mal eine Übung mit einem Buchstabensalat machen. Auch damit wird die Lesekompetenz gestärkt. Mögliche Buchstabenverbindungen werden geübt.

Ich wünsche viel Erfolg! Siegbert Rudolph

Immer aktuell: b und d

Ein Streitgespräch zwischen diesen beiden Buchstaben ist eine ungewöhnliche Leseübung. Die beiden fetzen sich, wer wichtiger ist. Danach gibt es Wörter, die sich nur durch b oder d unterscheiden und gedrechselte Sätze mit diesen Wörtern. Beispiel: Wenn die Leber Leder ist, hat der Leib viel Leid. Bei der abschließenden Blitzleseübung, die viele Wörter enthält, kann man gekonnte Wörter für den nächsten Lauf ausblenden. Link: https://der-lesekoch.de/zwei-buchstaben-streiten-b-und-d/

Ich wünsche viel Erfolg! Siegbert Rudolph

Wörter mit v

Wörter mit dem Buchstaben v sind Merkwörter. Einen V-Laut gibt es nicht. Das v in einem Wort wird entweder als f oder als w gesprochen. In dieser Übung sind Wörter zu finden und zu schreiben, in denen der Buchstabe v vorkommt. Das hilft, sich die Schreibung sicherer zu merken.

Ich wünsche viel Erfolg! Siegbert Rudolph

Spaß beim Üben

Eine Übung, die auch den Eltern Spaß macht, sind meine Sätze mit Knax. Es geht darum, in jedem Satz eine Stelle zu finden, die Quatsch ist. Beispiele:

Wir gingen in den Zoo, wo wir Tiere futten konnten.

Vor der Untersuchung bekam ich ein Zöpfchen.

Es gibt 9 Blöcke mit jeweils 10 Sätzen.

Oder es muss ein Wort identifiziert werden, das überhaupt nicht in den Satz gehört, zum Beispiel:

Die Kinder schauen auf die Uhr genau.

Wir essen die Pizza lecker auf.

Es gibt 8 Blöcke mit jeweils 10 Sätzen.

Man übt dabei das genaue Lesen, tut etwas gegen das Raten und fördert gleichzeitig das Textverständnis. Insgesamt 170 Sätze, die zum Beispiel den Abschluss von etlichen Trainingsstunden bilden und für gute Laune sorgen könnten.

Ich wünsche viel Erfolg! Siegbert Rudolph

Achtung in der ersten Klasse

Wenn ich Schüler übernehme, frage ich mich immer, warum man sich nicht früher um eine Förderung bemüht hat. Oft wird zu lange gewartet. Die Probleme entstehen nicht in der Klasse zwei oder drei, sondern in der ersten Klasse. Mit meinem Silbentrainer kann man jetzt gezielt das Zusammenschleifen der Buchstaben üben. Das muss sitzen. Das Üben mit Silben ist jedoch nicht ungefährlich. In jeder Silbe ist ein Vokal. Der Vokal wird entweder kurz oder gedehnt gesprochen. Das hängt aber in erster Linie vom Wort ab.

In der ersten Klasse hilft es auch, den Kindern viel vorzulesen, insbesondere einfache Inhhalte, bei denen sie mit in den Text schauen können. Wir haben in der Schule, daran kann ich mich noch erinnern, immer mit dem Lehrer zusammen in einer Fibel gelesen. Und natürlich, damals ganz selbstverständlich, wurde mir fast jeden Tag etwas vorgelesen. Es war aber auch immer jemand in der Familie, der ausreichend Zeit für uns Kinder hatte.

Ich wünsche viel Erfolg! Siegbert Rudolph

Sicherheit vor Schnelligkeit

Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Abstände in der Lesefertigkeit, die sich bei Schülern in der ersten Klasse bilden, bis zur achten Klasse relativ konstant bleiben. Grob ausgedrückt, liest ein sehr schwacher Schüler so gut, wie eine Top-Leser in der ersten Klasse. Und deshalb kommt es darauf an, sofort zu helfen, wenn man merkt, dass es hakt.

Wie ernst das ist, zeigt diese Grafik, die ich stark vereinfacht, aber nicht verfälscht habe. Die sehr schwachen Leser haben sich zwar verbessert, ihre Leseleistung sogar verdreifacht, von 20 auf 60 Wörter pro Minute. Aber: Mit 60 Wörtern pro Minute in der achten Klasse erscheint das Zitat aus der PISA-Studie verständlich. Übrigens: Die normale Vorlesegeschwindigkeit liegt bei ca. 120 Wörtern pro Minute.

Ein großer Fehler aber ist es, zu früh aufs Tempo zu drücken. Zuerst muss sicher gelesen werden. Die Geschwindigkeit kommt durch das häufige Üben. Zu frühes schnelles Lesen führt oft zur Ratetechnik. Und die ist nur mühsam wieder abzugewöhnen.

Ich wünsche viel Erfolg! Siegbert Rudolph